Ist das Schuco-Modell Fake?

    Hallo Giuseppe,

    ich halte es nicht für ein Fake, letztendlich wird ein Nachweis aber schwierig sein. In der Musterwerkstatt wurde früher viel mit Blechschere und Lötkolben gebastelt und auch mit Fremdfabrikaten experimentiert. Nach der Schuco Pleite wurde vieles davon nicht beachtet oder sogar entsorgt, einiges davon ist später auf Nürnberger Flohmärkten aufgetaucht.

    Ich weiß, dass der Anbieter in der Vergangenheit schon Schuco-Muster angeboten hat, die sich eindeutiger zuordnen ließen.

    L.G. Patent-Spielzeug
    Hallo Forengemeinde,

    wenn das original sein sollte, interessiert euch vielleicht auch folgende abgelaufene Auktion des Verkäufers, Preis war 75,- Euro bei "1 offerta", also einem Gebot (auf den Startpreis) statt die 2 Gebote mit Endpreis 199,- Euro auf die von dir entdeckte Autkion mit 2 Geboten und einem Startpreis von 120,- Euro:

    ebay.it/itm/2-Schuco-Musterzim…8b9ac3:g:7VcAAOSwrn9cZZlX

    Hier ist der Firmenschriftzug "Schreyer & Co" allerdings nur aufgemalt, statt gestempelt.
    Die Figur kommt mir auch nicht bekannt vor...


    Grüße
    Henrik

    P.S. Danke Giuseppe! Top Hinweis! Finde ich immer sehr interessant, was über ebay so auftaucht!
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    Hallo Torsten,

    habe ich auch mal gelesen, aber dann würde man doch den Namen des "Fremdherstellers" darauf schreiben, oder?
    Dann will man doch wissen, von wem das "Geheimnis" stammt. Ich meine, im Musterzimmer musste doch nichts mit einem Schriftzug "Property of Schuco" versehen werden - da kam doch sowieso nur der Inner Circle rein, oder?
    Wenn es Fremdmodelle sind, welcher Hersteller könnte das sein?
    Wobei, es könnte natürlich auch sein, dass man sehen wollte, wie diese Muster mit dem Schriftzug wirken...
    Trugen denn frühere Schuco-Modelle aus dem Handel den Schriftzug "Schreyer & Co"? Eigentlich doch nicht.

    Naja, so oder so, solche Funde bleiben interessant!

    Henrik
    Meiner Meinung nach sind die Angebote ohne Nachweis einfach ein zusammengebasteltes Blechmodell mit kindlicher Schreyer & Co Bemalung. Selbst der Pappanhänger, wer einen guten alten Stempel mit auswechselbaren Buchstaben hat kann sich einfach soetwas drucken. Weder die Anmutung der Karosserieform, noch die Befestigung der Räder haben irgend eine Design-Ähnlichkeit die mit dem technischen Know-how von Schuco zu verbinden sind. Auch von der Mechanik gesehen, die angebotenen Modelle haben kein Schuco-typisches Aufzugswerk und überhaupt keine technische Finesse ..für mich haben die keinen echten Wert.

    Gruß Fossi
    Hallo liebe Forengemeinde,

    da hier so viel über die Modelle der Musterwerkstatt diskutiert wird, möchte ich das Thema noch einmal aufgreifen.
    Es geht dabei um die Blechspielzeugautos aus dem Zeitraum der 30er bis 50er Jahre.

    ETR450 wrote:

    Vielen dank für die Erklärung. Ich war wegen der einfachen Verarbeitung unsicher.

    Bitteschön Giuseppe, das war jetzt lediglich eine grobe Einschätzung von mir.
    Ich bin und kann mir natürlich nicht sicher sein, da es (anscheinend) keinen Beleg dafür gibt. Das Teil könnte theoretisch auch aus jeder anderen Quelle stammen. Wer also viel Geld ausgeben möchte, sollte sich das bei solchen Dingen gut überlegen.

    Zumindest aber hat es bei Schuco Entwürfe gegeben, die ähnlich einfach aufgebaut waren. Man kann das also nicht aufgrund der Primitivität ausschließen
    Man muss sich immer vor Augen halten, dass es ja nur um einen Entwurf ging, der so nie gebaut wurde. Die Musterwerkstatt war ja auch eine Ideenschmiede.

    Es waren viele Arbeitsschritte nötig, bis so ein fertiges Spielzeug entstand. Was heute am Rechner konstruiert wird, musste früher mühsam in Handarbeit erarbeitet werden. Die Ergebnisse der Musterwerkstatt waren streng vertraulich. Industriespionage und Mitbewerber gab es auch schon in den Anfangszeiten von Schuco. Der Erfolg eines Spielzeuges war wichtig, davon konnte viel für die Firma abhängen. Also werkelte man im Verborgenen und das mit den bekannten guten Ergebnissen.
    Bis man sich für die Form eines Spielzeugautos endschied, wurden von den „Mustermachern“ viele unterschiedliche Karosserien von Hand gebastelt.
    Dabei konnten erste Entwürfe schon mal aus dünnen Blechen grob zusammengebastelt werden. Es ging zuerst einmal darum, ein Gehäuse zu bauen, welches eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Auto haben sollte. Also 4 Räder, 2 Achsen und ein Blechgehäuse. Es wurde gebogen und gedengelt, Blechstücke zu Kotflügeln geformt, angelötet oder mit der Blechschere ausgeschnitten. Räder und Achsen wurden teilweise von Fremdfabrikaten entliehen. Die Muster hatten meist noch wenig mit dem späteren Produkt gemeinsam. Erst nach und nach entstand die endgültige Form. An einigen der heute bekannten Mustern kann man schön die schrittweise Entwicklung zum fertigen Modell erkennen.
    Für Sammler ist das wichtig, um die Stücke zuordnen zu können. Viele Muster wurden nicht weiterentwickelt. Da ist die Zuordnung schwierig.

    Torgat2 wrote:

    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in diesem Musterzimmer auch Modelle anderer Hersteller vorhanden waren, die demontiert wurden um deren "Geheimnisse" zu verstehen. Vielleicht gehören diese Modelle auch dazu?

    Hallo Torsten, alles richtig, so wird das z.B. auch bei R. Huber beschrieben. Bei den erwähnten Modellen handelte es sich aber um Spielzeuge, die bereits im Handel waren und irgendwelche technische Besonderheiten aufweisen konnten.

    SchucoFan wrote:

    habe ich auch mal gelesen, aber dann würde man doch den Namen des "Fremdherstellers" darauf schreiben, oder?


    Bei Schuco wurden in der Regel solche Infos sorgfältig dokumentiert. Oft direkt auf dem Modell oder auf einem Begleitanhänger (oder Schreiben). Es gab sicherlich auch Ausnahmen, außerdem sind bestimmt viele Infos im Laufe der Jahre verschwunden.

    SchucoFan wrote:

    Wobei, es könnte natürlich auch sein, dass man sehen wollte, wie diese Muster mit dem Schriftzug wirken...

    Ich denke auch, dass solche Dinge aus dem von Dir genannten Grund praktiziert wurden. Und da die Mustermacher mehr Mechaniker als Schildermaler waren, fielen die Versuche natürlich auch mehr oder weniger elegant aus. ;) Die Teile waren ja nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
    Beispiele solcher mit dem Pinsel aufgemalten Schriftproben findet man. z.B. auf Handmustern des Miraco Wendebootes 1015.

    Im Anhang ein Bild von einem - mit der Hand aufgebrachten Schuco-Schriftzug - auf einem Handmuster, im Vergleich mit dem gespritzten Schriftzug aus der späteren Serienproduktion.




    LG Patent-Spielzeug
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